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Wir trauern um unser langjähriges renommiertes Mitglied, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert Pilch

Das Englische Seminar Freiburg trauert um sein langjähriges renommiertes Mitglied, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert Pilch, der am 19. April 2018 im Alter von 91 Jahren verstorben ist.

Wir trauern um unser langjähriges renommiertes Mitglied, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert Pilch

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert Pilch

Herbert Pilch gehörte zur anglistischen Pioniergeneration nach dem Zweiten Weltkrieg, die einerseits das Erbe der philologischen Tradition für die Gegenwart bewahrte, andererseits aber auch die durch Nationalsozialismus und Krieg erzwungene Isolation überwand und den Kontakt zur internationalen Entwicklung in der modernen Sprachwissenschaft wieder herstellte.

1927 in Ostpreußen geboren, nahm Herbert Pilch nach Kriegsende das Lehramtsstudium in den Fächern Englisch, Französisch und Russisch in Kiel auf, wo er zu Themen aus der mittelalterlichen englischen Literatur- und Sprachgeschichte promovierte und sich 1957 habilitierte. In einer Zeit, in der regelmäßige wissenschaftliche Auslandsaufenthalte durchaus noch keine Selbstverständlichkeit waren, entwickelte er daneben schon früh – angeregt durch die Begegnung mit angesehenen internationalen Fachvertretern wie Bernard Bloch und André Martinet – einen eigenständigen, der internationalen strukturalistischen Tradition verpflichteten Ansatz in Phonologie und Syntax. Nach Extraordinariaten in Köln und Frankfurt wurde er 1961 an die Universität Freiburg berufen. Er wurde 1995 emeritiert, blieb dem Seminar aber darüber hinaus verbunden, solange es seine Gesundheit zuließ.

Als markante Forscher- und Lehrerpersönlichkeit hat Herbert Pilch das Englische Seminar der Universität Freiburg über viele Jahrzehnte mit geprägt. Er war auf beeindruckende Weise vielsprachig, sowohl was die praktische Beherrschung der Sprachen betraf als auch in Hinblick auf ihre wissenschaftliche Beschreibung. Internationale Reputation erwarb er sich nicht nur innerhalb der Anglistik, durch seine Forschungen zur englischen Sprache in allen ihren historischen Erscheinungsstufen, sondern auch in der Phonetik und der Keltologie. In allen diesen Arbeitsgebieten regte er Schülerinnen und Schüler an, von denen mehrere ihrerseits auf Professuren berufen wurden. Als kreativer Ideengeber war er der produktiven wissenschaftlichen Kontroverse nicht abgeneigt: wissenschaftlich immer auf der Höhe der Zeit, aber nicht notwendigerweise Teil des Mainstreams.

Wissenschaftspolitische Verdienste erwarb er sich unter anderem durch die Pflege der Partnerschaft mit der Universität Iaşi in Rumänien, die er auch in politisch komplexen Verhältnissen weiterführte. Sein Wirken wurde unter anderem durch zwei Ehrendoktorate (University of St Andrews, Schottland, 1984, und Iaşi, 1990) sowie das ihm im Jahr 2008 verliehene Bundesverdienstkreuz gewürdigt.

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